53. Auktion
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Auktion: Montag, 15. Oktober 2007, ab 11 Uhr - Los 1 – 683
Dienstag, 16. Oktober 2007, ab 11 Uhr - Los 684 – 1476
Vorbesichtigung:

Montag, 08. Oktober - einschließlich Sonntag, 14. Oktober 2007, täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr

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Artikel / Informationen
ORDONNANZWAFFEN DEUTSCHLAND BIS 1945

Los Nr.1125
Fritz Sauckel, Geschenk-Walther PP, graviert, vergoldet, Elfenbein, Ehrengabe der Stadt Zella-Mehlis 1933 anlässlich der Verleihung des Ehrenbürgerrechts,
Kal. 7,65 mm, Nr. 764834 (die Seriennummer klein unter der linken Griffschale am Rahmen). Blanker Lauf. 90ø-Sicherung. Schlagbolzen mit Abdeckung. Signalstift. Links am Schlitten in einem Banner die gotische Inschrift "Ehrengabe der Stadt Zella-Mehlis / 17.3.33". Rechts über die ganze Schlittenlänge in Gotisch "Carl Walther Waffenfabrik Zella-Mehlis/Thür". Die Waffe vollständig tief, fein und aufwändig graviert mit Eichenlaub- und Ornamentmustern. Auf dem Griffrücken zusätzlich ein Hakenkreuz, darunter bekrönt von drei Türmen das viergeteilte Wappenschild der Stadt Zella-Mehlis, darstellend den heiligen St. Blasius - Armbrust - gekreuzte Hämmer - die Heilige St. Magdalena. Sämtliche Teile vergoldet, partiell mit angerosteten Fehlstellen, stärker an der linken Seite. Nachgedunkelte, mit Eichenlaub beschnitzte Elfenbeingriffschalen: Die linke mit den goldenen gotischen Initialen "FS", die rechte mit dem Walther-Banner in Gold. Magazin vergoldet, fleckig, Magazinboden ersetzt.
Fritz Sauckel (1894 - 1946) war ab 1925 Gaugeschäftsführer und ab 1927 Gauleiter von Thüringen. 1932 wurde er thüringischer Ministerpräsident und Innenminister. Am 16.3.33 stellten Mitglieder des Stadtrates der NSDAP von Zella-Mehlis den Antrag auf Ehrenbürgerrecht für ihn, dem am 20.3.33 stattgegeben wurde. Im Mai 1933 erfolgte seine Ernennung zum Reichsstatthalter in Thüringen. Außerdem war er SA-Obergruppenführer und SS-Obergruppenführer ehrenhalber. Ab 1.9.1939 Reichsverteidigungskommissar für den Wehrkreis Kassel und ab März 1942 Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Reich, verantwortlich für die Deportation von Millionen Menschen aus Osteuropa zur Zwangsarbeit in der deutschen Rüstungsindustrie. Fritz Sauckel wurde 1946 als Kriegsverbrecher in Nürnberg hingerichtet.
Familienangehörige Fritz Sauckels wurden zusammen mit denen Martin Bormanns im April 1945 von Berlin nach Berchtesgaden ausgeflogen, Ziel die "Alpenfestung". Frau Sauckel hatte die Hoffnung, in einigen Wochen wieder nach Thüringen zurückkehren zu können und nahm deshalb nur das Nötigste mit, unter anderem diese Pistole. Nach Kriegsende wurde die Pistole mit der Tasche in einem Bergstollen versteckt, daher der angegriffene Zustand. Lit. Rankin, Walther Volume II, "Engraved, presentation and Standard Models", S. 61 ff., wo diese Pistole mehrfach bebildert aber falsch beschrieben ist.
Erwerbsscheinpflichtig.

Zustand: II-III Limit: 25000 EURO
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