52. Auktion
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Auktion: Mittwoch, 2. Mai 2007, ab 11 Uhr - Losnr. 1 – 707
Donnerstag, 3. Mai 2007, ab 11 Uhr - Losnr. 708 – 1589
Vorbesichtigung: Freitag, 27. April – Dienstag, 01. Mai 2007, 14 – 18 Uhr
| vorgemerkte Objekte |


Artikel / Informationen
ORDONNANZWAFFEN DEUTSCHLAND BIS 1945

Los Nr.1456
Pistole 08 Simson-Rework, "Kl. 1933",
gefertigt aus einer P. 08 Erfurt. Kal. 9 mm Para, Nr. 375. Nummerngleich inkl. Schlagbolzen ohne Längsfurchen. Lauf leicht rau, Laufwurzel mit "8,84". Auf der Hülse bezeichnet "Kl. 1933" (Kl = frühe Abkürzung für Konzentrationslager), auf dem Vordergelenk "SIMSON & Co. / SUHL". Auf Lauf und Kniegelenk Abnahmen Adler/"6", Militärbeschuss auf Lauf und Gabelstück. Auf allen Teilen außer Lauf und Kniegelenk Abnahmen Krone/got. Buchstabe und vereinzelt Krone/"RC". Originale Streichbrünierung. Links und vorne am Griffstück, vorne am Lauf und am Abzug partiell Närbchen. Rechte Seite fast vollständig in Ordnung. Kleinteile rechts noch gelb angelassen. Nummerngleiche, dunkelbraune Nussholzgriffschalen. Sehr gutes vernickeltes Simson-Falzmagazin mit Aluboden und Abnahmen Adler/"6", Nr. 891.
Komplett mit einer dunkelbraunen, leicht fleckigen Glattledertasche, geändert von Knopf auf Schnalle, rückseitig Hersteller "Robert Larsen / Berlin / 1933". Inhalt: Schlüssel und vernickeltes Simson-Falzmagazin mit Aluboden und Abnahmen Adler/"6", Nr. 8798. Extrem seltenes P. 08-Komplett-Set, das analog zur Errichtung des 1. Konzentrationslagers 1933 in Dachau und später weiteren Lagern der Ausrüstung der Wachmannschaften zuzuordnen ist.
Nach Angaben des Einlieferers wurde die Pistole auf Hinweis eines Landwirtes bei Traunstein unter dessen Heuschober am Waldrand gefunden. In der Nähe liegt eine KZ-Gedenkstätte, die an den Tod von 62 jüdischen Häftlingen am 03. Mai 1945 erinnert. An diesem Tag endete dort einer der Todesmärsche, die seinerzeit nach Süden in Richtung Tirol gehen sollten. Er nahm seinen Anfang am 24. April 1945 in den KZ Flossenbürg-Außenstellen Ganacker bei Landau/Isar und Plattling. Die zwei Kolonnen trafen bei Haunersdorf/Landau zusammen und bewegten sich über Arnstorf, Eggenfelden und Trostberg in die Nähe von Traunstein, wo die Häftlinge schließlich nach der Flucht des Wachpersonals von den Amerikanern befreit wurden. Es liegt die starke Vermutung nahe, dass ein Angehöriger der begleitenden Wachmannschaft sich vor seiner Flucht dieser verräterischen Waffe am Auffindeort entledigte. Lit. u.a. Still, Weimar and Early Nazi Lugers, S. 207 f. und 247 ff.
Erwerbsscheinpflichtig.

Zustand: II-III Limit: 2500 EURO
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Zuschlag 3400 EURO


© Hermann Historica